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Prof. D.Dr. Thomas Sternberg beim Theologischen Bildungswerk Akademiedirektor (MdL) Prof. Dr.Dr. Thomas Sternberg analysierte die Situation der Katholischen Kirche in Deutschland.

Christen in der Gesellschaft - das Salz der Erde?

Prof. DDr. Sternberg Gast beim Bildungswerk Dülmen

Dülmen. "Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu verändern; wenn sie aber ihren Auftrag erfüllt, verändert sie die Welt" - unter diesem Leitwort von C. Fr. von Weizäcker analysierte der Direktor des Franz-Hitze-Hauses in Münster die Situation der Katholischen Kirche in Deutschland. Es hat einen starken Säkularisierungsschub gegeben und es gebe auch heute noch Traditionsabbrüche. Dabei sei die Kirche heute bunter geworden. Auch wenn das Gemeindeleben vielerorts schrupfe, sei das Ansehen der Kirche immer noch recht hoch. Für die Zukunft der Kirche in Deutschland brauche es gute Priester.

Andreas Malessa beim theologischen Forum Lüdinghausen Kritische Anmerkungen zum Umgang mit der Zeit fesselten die zahlreichen Zuhörer des Theologischen Forums Lüdinghausen.

„Wer schneller lebt ist eher fertig“
Der Hörfunk- und Fernsehjournalist Andreas Malessa beim Katholischen Bildungswerk

Coesfeld/Lüdinghausen. Schafsinnig, analysierend, charismatisch und humorvoll sprach Andreas Malessa über Freizeit, Arbeit- und Lebenszeit und gewann mühelos Hirn und Herz der 120 Zuhörerinnen und Zuhörer. Sachlich fundiert und gleichzeitig unterhaltsam nahm er die verschiedenen Bereiche und Dimensionen unserer Zeiterfahrung unter die Lupe. Welche Lebensbedeutung eine Arbeitszeit hat, die als sinnerfüllt erlebt wird, welche eine die als vertane Zeit erlebt wird erläuterte der bekannte Journalist. Zeitmanagement sei die Aufgabe von Unternehmens- und Personalberatern, die die technischen Möglichkeiten immer schneller Datenverarbeitung dazu nutzen, die Befolgung des „ersten Gebots der freien Marktwirtschaft“ nur noch radikaler einzufordern: „Du sollst schneller, besser, größer werden!“ Das versprochene große „Zeitgeschenk“ erweise sich meist als Mogelpackung. Wolle man aus dem Vollen schöpfen, müsse man Stress vermeiden bzw. abbauen. Das sei teilweise schwierig, denn Stress steigere das Selbstwertgefühl erheblich. Gleichzeitig verringert es die gefühlte „Bringschuld“ anderen gegenüber und verschafft so „ein gutes Gewissen“ und schließlich habe Stress den positiven Nebeneffekt, dass es Tod und Todesangst zumindest zeitweilig vergessen lasse.

Dr. Kessler in Lüdinghausen Dr. Wolfang Kessler, Chefredakteur der Zeitschrift Publik Forum referierte beim Theologischen Forum Lüdinghausen übe das Verhältnis von Wirtschaft und Ethik.

Der Mensch, der Markt und das Geld

Chefredakteur von Publik Forum Dr. Wolfgang Kessler beim Theologischen Forum Lüdinghausen

Lüdinghausen. „Seit Jahrzehnten fließen jährlich Milliarden überschüssige Dollar, die nicht mehr real investiert werden, auf die Finanzmärkte. Aufgrund der Liberalisierung der Finanzmärkte wurde dieses Kapital über undurchsichtige Finanzinstrumente zum reinen Spekulationsobjekt. Durch ständige Geldschöpfung entstehen am Kapitalmarkt Kartenhäuser ohne Deckung, die zusammenbrechen wenn sich einige Karten als Luschen erweisen“ so kritisierte Dr. Wolfgang Kessler, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler das derzeitige Finanzsystem. Im Rahmen der Vortragsreihe „Ohne Werte fehlt dir was“ setzte sich der Chefredakteur mit dem komplizierten Verhältnis von Ethik und Wirtschaft auseinander. Im Jahre 2008 besaß 10% der reichsten deutschen Haushalte 61% des privaten Gesamtvermögens so der Referent. Auf der anderen Seite verdienten heute bereits mehr als sechs Millionen Erwerbstätige unter 7,50 € die Stunde. So zeigt die Lohnspirale eindeutig eine ungebrochene Dynamik - nach unten. Weltweit müssen mittlerweile 2,6 Milliarden Menschen von weniger als 2,00 € pro Tag leben. Nach dem jüngsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung seien ein Viertel der Deutschen von Armut bedroht, darunter 2,5 Millionen Kinder kritisierte der Wirtschaftswissenschaftler. „Befristetet Arbeitsverhältnisse und die Leiharbeit schaffen Industrienomaden“ sodass stabile Partnerschaften und Leben mit Kindern das Wasser abgegraben werde meinte Kessler. Er verstehe nicht, dass sich die ständig verschärfende Kluft zwischen Arm und Reich immer noch kein großes Thema der Politik sei.

Dr. Schumacher beim KBW-Coesfeld Stadtdechant Dr. Ferninand Schumacher referierte vor vollem Haus beim Katholsichen Bildungswerk Coesfeld über die Theologie des derzeitigen Papstes.

Was denkt Benedikt XVI.?
Einführung in die Theologie des derzeitigen Papstes

Coesfeld.Bis auf den letzten Platz besetzt war das „Paradies“ der Jakobi Kirche beim Vortrag des Katholischen Bildungswerkes Coesfeld. „Was denkt Benedikt der XVI?“ auf diese Frage antwortete Dr. Schumacher in einem theologisch anspruchsvollen Vortrag. Die biografischen Prägungen des Papstes waren sein Elternhaus und die Lehre des heiligen Augustinus und die Geschichtstheologie von Bonaventura, einem Franziskaner des 13. Jahrhunderts. Des Weiteren zeichnete der Stadtdechant von Münster die Vorstellungen über die Offenbarung, die Kirche und über das Verhältnis von Vernunft und Glaube auf. Die Kirche allein aus soziologischer Sicht zu sehen, greift für den Papst zu kurz. Im Zentrum der Kirche steht für ihn die Eucharistie. Kritisch merkte der Referent an, dass nicht nur die Welt durch die Kirche lernt, sondern die Kirche auch so demütig sein soll, von der Welt zu lernen.

Politik und Glaube der Propheten
- eine Herausforderung für uns heute
Prof. Dr. Hossfeld beim Bildungswerk Dülmen Der Bonner Alttestamentler Prof. Dr. Frank-Lothar Hossfeld referierte beim Theologischen Bildungswerk Dülmen in einem theologisch anspruchsvollen Vortrag über die Prophetie des Alten Testamentes und deren Herausforderung für uns heute.Das Vermächtnis der Propheten in der Kult- und Sozialkritik, in Fragen der gesellschaftlichen Gerechtigkeit und in der Verkündigung der Sorge Gottes für die Armen sei ein unverzichtbares Erbe für Juden und Christen.
Prof.Schladoth beim KBW-Coesfeld Der emeritierte Theologieprofessor Paul Schladoth, Münster referierte beim Katholischen Bildungswerk über die Gestaltung der Spiritualität im Alter.

Glaube im Alter
Buchautor Prof. Dr. Paul Schladoth beim KBW-Coesfeld

Coesfeld
. Früher gab es keine Altenphase im Leben der Menschen, heute ist sie die zweitlängste Phase des Lebens. Man unterscheidet, junge Alte, alte Alte und Hochbetagte. Während früher das Alter als Defizit gesehen wurde, steht heute mehr die Aktivität und die Chance der Alten im Vordergrund. "Warum werden wir so alt?" - Die Frage nach dem Sinn des Alterns taucht immer mehr auf. Zwei Aufgaben stehen für den alten Menschen besonders an - so Schladdoth - die Versöhnung mit sich selbst und die Versöhnung mit anderen Menschen. Wichtig sei auch die Annahme des Lebensendes. Das Denken an den Tod verdüstere nicht das Leben.


Prof.Angenendt beim KBW-Coesfeld Prof. Dr. Arnold Angenendt schilderte vor 150 Zuhörerinnen und Zuhörern äußert eindrucksvoll die Zeit Liudgers in der Epoche Karls des Großen und seinen Werdegang.

„Liudger war ein Senkrechtstarter“
Eindrucksvoller Vortrag des KBW Coesfeld über den ersten Bischof von Münster

Coesfeld. Die Zeit, in der der heilige Liudger wirkte und das Bistum Münster formte und was er für eine Mensch war, darauf ging Prof. Dr. Arnold Angenendt in einem 70-minütigen, rasanten und äußert pointierten Vortrag ein. „Liudger war ein Senkrechtstarter. Aus einem germanischen Hüttendorf kommend war er wie aus dem Stand zu einem Gelehrten geworden und wäre auch am liebsten als Lehrer oder Professor tätig geblieben“ schilderte der em. Münsteraner Kirchenhistoriker. Vor diesem Hintergrund erklären sich auch die Bemühungen um die Seelsorge, die Liudger kennzeichneten. Liudger sei Teil der karolingischen Renaissance gewesen, in der Künste und Schriftkultur im kaum entwickelten germanischen Raum einen Aufschwung erlebten.

Vortrag J.M. Wiegard KBW-Coesfeld Jesaja Michael Wiegard erläuterte beim Katholischen Bildungswerk Coesfeld die gesellschaftlichen Rahmen-bedingungen für die Katechese
und den Religionsunterricht.

„Wir können nur aussähen, ernten wird jemand anderes“

Coesfeld.„Glauben und soziales Engagement gehören untrennbar zusammen“ war ein Resümee von Jesaja Michael Wiegard beim Vortrag des Kath. Bildungswerkes Coesfeld. Zuvor hatte der Theologe auf dem Hintergrund der Sinus-Milieu-Studie die soziologische und kulturelle Landschaft in Deutschland beleuchtet. Er zeigte in welchen Milieus die Katholiken präsent sind. Zur schwierigen Lage der Verkündigung und des Religionsunterrichtes ermutigte der Referent: „Wir können nur aussähen, ernten wir jemand anderes.“

Die bekannte Äbtissin des Klosters Helfta, Maria A. Schenkl (kleines Foto) war Gast des Katholischen Bildungswerkes Coesfeld.

Vom Reichtum christlicher Spiritualität
Coesfeld.Bis auf den letzten Platz besetzt war das Pfarrheim beim Vortrag des Kath. Bildungswerkes Coesfeld. Die im deutschsprachigen Raum bekannte Äbtissin des Klosters Helfta, Maria A. Schenkl (kleines Foto) referierte zum Thema: „Vom Reichtum christlicher Spiritualität“. „Mystik geht in der Stille vor sich und hat mit den Sinnen nichts zu tun“, erläuterte die Oberin mit fester Stimme. Von der grenzenlosen Gottesliebe überzeugt ermutigte die 84-jährige ihre Zuhörer/innen still zu werden und fest darauf zu bauen, dass jedes Gebet erhört werde, „nur manchmal anders als wir es uns vorgestellt haben“.

Schladoth Voll ausgebucht war das evangelische Pfarrheim in Dülmen beim Vortrag des Theologischen Bildungswerkes mit Prof. Dr. Paul Schladoth (kleines Bild).

Zukunft der Kirche – Abbruch oder Umbruch?

Prof. Dr. Paul Schladoth: Kirche steht vor epochaler Umgestaltung

Dülmen: Dass nur der Dialog weiterhilft und die Zeichen der Zeit erkannt werden müssen, darin stimmen die Besucher mit dem Referenten des zweiten Vortrags des Theologischen Bildungswerkes überein. Dr. Paul Schladoth, emeritierter Professor der Theologie und Religionspädagogik verstand es, theologische Dokumente des II. vatikanischen Konzils, der Synoden der Bistümer und der Diözese Münster lebendig und verständlich darzustellen. Wir stünden tatsächlich an einer epochalen Umgestaltung der Kirche, wenn auch erst nur die Umrisse zu erkennen seien, stellte er klar. Das Kirchenbild der Vergangenheit sei statisch, hierarchisch bestimmt gewesen, ganz der Tradition verhaftet. Kirche verstehe sich neu in ihrem unterwegs sein, eingebunden in ihre Geschichtlichkeit. Sie habe sich neu zu gestalten im Spannungsfeld von Abgrenzung und Anpassung. Zu starke Abgrenzung führe zum Fundamentalismus und zu große Anpassung zum Verlust kirchlicher Identität als Gemeinde Jesu Christi zeigte er die Gefahren auf.
Zukunftsweisend seien die in fast allen Konzildokumenten wiederkehrenden Schlüsselwörter „Dialog“ und „Zeichen der Zeit“. Zur Kirche im Übergang gehöre der Dialog, der der Wahrheitsfindung diene.
Im ersten Vortrag der Reihe hatte Prof. Dr. Jürgen Manemann die Zukunftsfähigkeit des Christentums beleuchtet. Den Abschluss der erfolgreichen Reihe bildete ein Vortrag mit Prof. Dr. Dorothea Sattler über die Beziehungskirche. Sie schilderte Erfahrungen und zeigte konstruktive Perspektiven auf.
 

Spiritualitätskus






Aus der Hand von Kreisbildungswerksleiter Johannes Heling erhielten die Teilnehmerinnen des Grundkurses Spiritualität Ihre Zertifikate.
v.l. Johannes Heling (Kreisbildungswerkleiter), Marita Dorendorf, Maria Steinkamp, Ingrid Wenning, Doris Sadowski-Schlüter, Sabine Brandenburg, Andrea Strotmann, Maria Elsbecker-Vogel, Irene Dammann, Hannelore Jebing, Michael Loschelder (Kursleiter) nicht im Bild Christel Höning


Gottesverwurzelung – Die verstecke Sehnsucht des Menschen

Kreisdekanat/Coesfeld: Tiefe erfahren, das Wesentliche erspüren, Gott finden und daraus leben, ist heute die Sehnsucht vieler Menschen. Diesem Ziel diente der Grundkurs Spiritualität, den das Kath. Kreisbildungswerk in Coesfeld durchführte und nun mit der feierlichen Zertifikatsverleihung seinen Abschluss fand. „Wir leben in einer Zeit der Vielfalt von Sinnangeboten, in der es immer schwerer fällt, sich zu orientieren“ erläuterte Johannes Heling den Hintergrund dieses Kurses. Nach dem Wegbrechen bewährter Traditionen und volkskirchlicher Strukturen sei jeder mehr oder weniger auf sich gestellt, seinem Leben Sinn und Ausrichtung zu geben. „In diese Sinnlücke zielt der Grundkurs Spiritualität“ – so der KBW-Leiter weiter. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Suche nach dem Religiösen durchaus wieder aktuell ist. In der reichhaltigen Palette der Sinnangebote wird es immer schwerer sich zu orientieren. Der Grundkurs Spiritualität gibt Orientierung und befähigt dazu, im Dialog mit Gott sein Leben auszurichten. Dabei geht es nicht nur um die Gottsuche sondern auch darum, als Christ in dieser Welt zu leben und zu wirken. Weitere Grundkurse Spiritualität sind in Planung – wie Johannes Heling erklärt, „denn die Gottesverwurzelung und das Wesentliche im Leben ist nicht einfach schon vorhanden, sondern will immer wieder neu gesucht und gewonnen werden“.


Liturgieseminar










Beim Abschlussgottesdienst in der Pfarrkirche St. Vitus Olfen überreichte Dechant Bernd de Baey (2 v.l.) den 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Grundkurses Liturgie des Kreisbildungswerkes feierlich die Zertifikate.


Zertifikatsverleihung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Liturgieseminars

Verstehen was wir feiern

Kreisdekanat/Olfen: Ein Jahr lang intensive Beschäftigung mit den Grundfragen der Liturgie fand in Olfen mit der feierlichen Zertifikatsübergabe seinen Abschluss. 18 Teilnehmer aus Olfen, Vinnum, Selm, Nordkirchen, Werne und Ottmarsbocholt beschäftigten sich an Wochenenden, Abenden und bei Exkursionen mit der Feier der Liturgie. „Wir können nur feiern was wir auch wirklich verstehen“, begründetet Johannes Heling, Leiter des Kath. Kreisbildungswerkes das Konzept dieses Seminars. Er hatte 1987 mit Dr. Klaus Bernd Müller diesen intensiven Kurs ins Leben gerufen, der seit vielen Jahren auch in anderen Kreisbildungswerken durchgeführt wird. In Pfarrer Prof. Wilfried Küppers, einem ausgewiesenen Fachmann in Fragen der Liturgie, hatte das Kreisbildungswerk einen kompetenten Kursleiter gefunden. Materialien für die Auseinandersetzung waren 12 Lehrbriefe des Liturgischen Institutes in Trier. Es war ein lehrreiches und aufschlussreiches Jahr, das für alle ein Gewinn bedeutete, resümierten die Teilnehmer. Ihnen ging es darum, den tieferen Sinn der Liturgie zu ergründen, um bewusster an der heiligen Messe und anderen Formen der Liturgie teilnehmen zu können. Dechant de Baey überbrachte die Grüße von Weihbischof Dr. Josef Voß, der zu dieser Feier verhindert war. Der Bischof habe den Wunsch geäußert, „dass Sie das, was Sie gelernt haben auch weitergeben und umsetzen“ sagte der Dechant. Ein herzlicher Dank galt Mathilde Sommer, die sich mit dem Kreisbildungswerk dafür eingesetzt hat, dass dieser Kurs in Vinnum stattfinden konnte. „Die Liturgie ist das Herzstück der Gemeinde und verfügt über einen reichhaltigen Schatz an Elementen, die den Leuten erschlossen werden soll“, resümierte Johannes Heling. „Daher werden wir diese wichtige Arbeit auf den Weg der lebendigen Gemeinde fortsetzen“, erklärte der KBW-Leiter.


Anselm Grün beim Bildungswerk
Zahlreiche Zuhörer nutzten die Gelegenheit, Bücher von Pater Anselm Grün signieren zu lassen. Die Veranstaltung mit ihm war eine der größten Erwachsenen-bildungsveranstaltungen im Bistum Münster seit Jahrzehnten.

Gott erfahren — das geht nie chemisch rein
750 Zuhörer: Besucherrekord bei Veranstaltung mit Pater Anselm Grün

-ds- Dülmen. Diese Veranstaltung des Theologischen Bildungswerkes brach alle Rekorde. Der Referent Pater Anselm Grün erwies sich am Donnerstagabend als absoluter Publikumsmagnet: 750 Besucher fasste die Aula des Schulzentrums in Dülmen. Doch es wollten weit mehr hinein. „Es tat uns leid, aber wir mussten viele Kartenwünsche ablehnen. Mehr ging nicht", berichtete Johannes Heling, Leiter des Kreisbil­dungswerkes. Er hatte sich im Vorfeld – leider vergeblich – noch um einen größeren Raum bemüht.
Die Glücklichen, die eine Karte ergattert hatten, erlebten einen Anselm Grün in Best­form: Die Suche nach Gott war sein Thema – und offenbar ist dieses trotz zurückgehender Kirchenbesucherzahlen „immer noch aktuell", kommentierte Heling den An­sturm. „Wir können nur die Spur Gottes sehen, die er in unserem Leben hinterlässt", erklärte Grün den gebannt an seinen Lippen hängenden Be­suchern. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. „In der Sehnsucht nach Gott spüren wir Gott", erläuterte der Benediktinerpater mit dem markanten Bart. Glück, Friede, Lebendigkeit und die tiefen Sehnsüchte des Menschen sind für ihn Erfah­rungen von Gott. „Wo Sehnsucht und Verzweiflung sich paaren, da ist Mystik." Mit diesem Zitat von Nietzsche erklärte der zur Zeit meistge­lesene christliche Autor die Entstehung der Spiritualität.
Als zweite Spur der Gotteserfahrung nannte er die Sehn­sucht nach Lebendigkeit. „Wenn ich mich selbst nicht spüre, kann ich Gott nicht spüren" brachte Grün es auf den Punkt. Fünf Sinne nannte der Ökonom des Klosters Münster Schwarzach, die auch heute Gotteserfahrung ermöglichen. Das Schauen: „Gott kann im menschlichen Antlitz oder in der Schönheit der Natur geschaut werden." Das Sehen verwandele. Das Hören: Dabei werde das Unhörbare immer mitgehört und führe zur Transzendenz. „Jesus hat nicht nur das Wort Gottes verkündet, sondern das Lied Gottes gesungen", merk­te er weiter an. So sei Musik „ein Fenster zum Himmel". Im Schmecken, Riechen und Tasten sieht Grün weitere Möglichkeiten, „dem Ge­schmack Gottes nachzuspüren". „Letztlich kann Gott im­mer nur erahnt und nie chemisch rein erfahren wer­den", schränkte der Autor von inzwischen 100 Büchern ein.
Die Spur Gottes in der ei­genen Geschichte zu entdecken, dazu lud der Referent seine Zuhörer ein. Darin spie­le aber auch Leid eine zentrale Rolle. Keinesfalls wolle Gott den Menschen damit strafen, betonte er. „Die Unbe­greiflichkeit des Leides ist Teil der Unbegreiflichkeit Got­tes", erinnerte Grün an Rahner. Das Leid, das Böse, Schicksalsschläge und das Bild vom strafenden Gott waren auch zentrale Fragen aus dem Publikum. Grün: „Die Frage nach dem Warum des Leidens kann nicht beant­wortet werden, aber der Dia­log mit Gott ist eine Hilfe, damit umzugehen."


Prof. Dr. M. Kalisch beim Bildungswerk Der rennomierte Islamwissenschaftler Prof. Dr. Muhammad Kalisch referierte vor 70 Teilnehmern beim Theologischen Bildungswerk in Dülmen.


Plädoyer für einen Dialog

Auseinandersetzung mit Islam

Dülmen (bea). Für Selbstmordattentäter keine Legitimation durch den Koran! Die Perspektive der Zukunft heißt: Interreligiöser Dialog. Dafür plädierte Prof. Dr. Mu­hammad Kalisch von der Universität Münster am Montagabend beim Theolo­gischen Bildungswerk.
Kalisch erinnerte an die Geschichte muslimischer Bevölkerungsgruppen vom spa­nischen Andalusien im Westen Europas über den Balkan und Russland bis nach In­dien im Osten. Vor rund 70 Zuhörern entfaltete er die Ideengeschichte des Islam, analysierte die Situation muslimischer Gruppen in Europa und lenkte den Blick auf zukünftige Perspektiven der Entwicklung des Islam in Europa.
Im Bewusstsein vieler Menschen sei der Islam im­mer noch ein außereuropäi­sches Phänomen, dabei sei der Islam immer schon in Europa präsent gewesen. Vom B. bis 15 Jahrhundert sei er im andalusischen Kulturraum beheimatet gewe­sen. Hier lebten die drei großen monotheistischen Reli­gionen mehrere Jahrhunder­te harmonisch zusammen. Andererseits sei der Islam weitgehend isoliert geblie­ben, der Funke der Religion sei nicht übergesprungen.
Erst mit der spanischen Reconquista, der Rückerer­oberung Spaniens, seit dem 11. Jahrhundert und dem Niedergang des Osmani­schen Reiches, dem „Kran­ken Mann am Bosporus" im 20. Jahrhundert habe sich die Situation radikal geän­dert. Vor allem durch den Umbruch mit der Aufklärung im 17./18. Jahrhundert sowie durch die technologi­schen Entwicklungen der Neuzeit habe man sich im Is­lam neuen Fragen stellen müssen. Gegenwärtig und in Zukunft gehe es im Islam da­rum, zu fragen, wie man es mit einer Gesellschaft halte, die anders geprägt sei, als es dem islamischen Denken entspreche. Dazu gehöre die Auseinandersetzung mit an­deren Religionen, der inter-religiöse Dialog.
Es gehe um die Aufarbeitung aller Fragen, die sich aus Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten ergä­ben und welche Position der Islam dazu einnimmt. Der Islam stehe vor ähnlichen Fra­gestellungen, wie sie im Christentum durch die historisch kritische Forschung aufgearbeitet worden seien. Gemeinsam müssten sich die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Isalm den Herausforderun­gen der neurologischen Wis­senschaften stellen, wenn zum Beispiel die Existenz der Seele und die Freiheit des Willens in Frage gestellt würden.
In der anschließenden Diskussion beantwortete der Re­ferent kompetent alle Fragen vom islamischen Religions­unterricht an den Schulen. bis zu den islamistischen Selbstmordattentaten, zur Scharia und zum Unter­schied zwischen Sunniten und Schiiten.

Regionalbischof Tebartz van Elst beim KBW-Coesfeld Regionalbischof Prof. Dr. Tebartz van Elst (li) referierte beim Katholischen Bildungswerk Coesfeld vor über 100 Teilnehmern über den missionarischen Auftrag der Kirche in Zeiten des Umbruchs

Neue Sozialgestalt für die Volkskirche

Weihbischof Prof. Dr. Tebartz-van Elst referierte beim Katholischen Bildungswerk Coesfeld

Coesfeld: Mit über 100 Teilnehmer bis auf den letzten Platz gefüllt war das Pfarrheim Maria Frieden beim Vortrag des Katholischen Bildungswerkes mit Weihbischof Prof. Dr. Tebartz-van Elst. „Noch kennt keiner genau das Gesicht der neuen Sozialgestalt der Kirche von morgen“, betonte der Weihbischof in seinem theologisch sehr anspruchsvollen Vortrag.
Zunächst skizzierte der ehem. Hochschullehrer für Pastoraltheologie präzise die sozialen Hintergründe der modernen Gesellschaft. Der wahrzunehmende und hin und wieder beklagte Mangel: weiniger Priester, weniger Gläubige, weniger Geld sei auch als Chance zu sehen. Der Übergang der Kirche von der Volkskirche zur einer neuen Sozialgestalt sei kein Unglück. „Der Mensch der modernen Gesellschaft ist religiöser als wir denken.“ Er ist auf der Suche nach dem was trägt. Angesicht vieler Kontinuitätsbrüche wächst das Interesse an Kontinuität.
Als theologische Kriterien zum Ort der Gemeinde innerhalb der Kirche nannte der Weihbischof die Communio als ausgeglichenes Verhältnis zwischen Verkündigung, Liturgie und Diakonie und das missionarische Spannungsgefüge zwischen Sammlung und Sendung. Das einfache und entschlossene Anbieten des Evangeliums Christi sei das Zentrale der zukünftigen Kirche.
Die pastorale Perspektive skizzierte der Referent laut Pressemitteilung als Vielfalt in der Einheit und Einheit in der Vielfalt. Die Kirche müsse geprägt sein von einer Spiritualität der Gemeinschaft, in der der Einzelne dem nächsten von seinem Glauben erzählt.

Der Referent Paul Scheipers (mi) verstand es die komplizierten naturwissenschaftlichen Gesetze anschaulich darzustellen und grundlegende theologische Fragen auf diesen Hintergrund zu erläutern. Über die rege Teilnahme der Kooperationsveranstaltung freuten sich Johannes Heling, Leiter des Kreisbildungswerkes (re) und Dr. Westermann, Leiter der VHS (li)
Naturwissenschaft und die Frage nach Gott

Coesfeld. Das Katholische Bildungswerk Coesfeld gestaltete in Kooperation mit der Volkshochschule Coesfeld am 15.02.2006 in Coesfeld einen Vortragsabend mit dem Thema „Naturwissenschaft und die Frage nach Gott“. Johannes Heling, Leiter des Katholischen Bildungswerkes, begrüßte über 50 Zuhörer und führte in das Thema ein. Der Referent Paul Scheipers, der zum Thema seines Vortrags ein Buch geschrieben hat, erläuterte in anschaulicher Form wichtige Erkenntnisse der Naturwissenschaft und ihre Bedeutung für religiöse Themen wie Theodizeefrage, Möglichkeiten für ein ewiges Leben, Evolution und Schöpfungsbericht sowie Erweiterung des Gottesbildes. In einer lebhaften Diskussion kamen auch wichtige Fragen und persönliche Argumente der Zuhörer zur Sprache. Zum Schluss seiner Ausführungen wies Paul Scheipers noch einmal deutlich darauf hin, dass die Erkenntnisse der Naturwissenschaft den christlichen Glauben in unserer Zeit erheblich bereichern können. Der Leiter der Volkshochschule Coesfeld, Dr. Westermann, bedankte sich beim Referenten für den interessanten Vortrag.
Hohe Auszeichnung für ehrenamtliche Mitarbeiterin Maria Neiteler

Bundesverdienstkreuz für Maria Neiteler
In Anwesenheit von Bürgermeister Gottschling (li) erhielt die ehemalige Leiterin des Katholischen Bildungswerkes Havixbeck Maria Neiteler (mi) für ihre ehrenamtlichen Verdienste das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Minister Schartau.
letzte Aktualisierung
07.01.2010

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